Der Mensch von heute steht im Spannungsfeld zwischen Privatsphäre und Globlisierung, die das persönliche Leben immer stärker beeinflusst. Dabei werden die Veränderungen in vielen Lebensbereichen immer schneller und einschneidender erlebt. Kaum einer kann in diesem Prozess den Überblick behalten.
Abgesehen von den klimatischen Veränderungen, die weltweit zu immer bedrohlicheren Naturkatastrophen führen, wird der gesellschaftliche Strukturwandel leider allzu oft durch die Wirtschaftsinteressen motiviert, die allmählich den Sozialstatt abbauen. In der Folge beklagen selbst die Politiker einen schwindenen Einfluss. Eine Folge davon ist die immer mehr um sich griefende Politikverdrossenheit, die sich in einer ständig sinkenden Wahlbeteiligung ausdrückt.
Neben dieser Verweigerungshaltung gibt es aber glücklicherweise immer mehr Menschen, die sich freiwillig engagieren und sich in ihrem Umfeld für soziale Gerechtigkeit, fairen Handel, kulturelle Vielfalt und eine gesunde Umwelt einsetzen. Mündige Bürger organisieren sich und bilden in der Gesellschaft einen wachsenden Faktor, der als "dritter Sektor" (Organisationen der zivilen Bürgergesellschaft) zunehmen an Stärke gewinnt. Die Bürgerinitiativen (auch Nicht-Regierungsorganisationen) sind weder staatlich noch wirtschaftlich sondern verstehen sich als Korrektiv in dem bestehenden Kräfteverhältnis zwischen Staat und Wirtschaft.
Viele Menschen erleben die Entwicklung, die sich durch die wirtschaftliche Globalisierung vollzieht, als unmenschlich, weil internationale Wirtschaftskonzerne profitable Bedingungen für ihre Ausdehnung fordern, die an der sozialen Verträglichkeit vorbeigehen.
Der Neoliberalismus, vertreten durch die WTO (Welthandelsorganisation) hat seit längerem den gesamten dienstleistungssektor im Visier und pocht auf Privatisierung z.B. der Wasserversorgung, des Bildungs- und des Gesundheitswesens. Im Dezember 2002 soll das sogenannte "GATS-Abkommen" unterzeichnet werden, das den Regierungen der Vereinten Nationen verbieten soll, oben genannte Dienstleistungen staatlich zu schützen, weil das den liberalisierten Handel behindern würde.
Angesichts dieser Entwicklungen müssen dem mündigen Bürger mehr Mitspracherechte eingeräumt und basisdemokratische Bedingungen eingerichtet werden, die es der "Zivilgesellschaft" ermöglichen, ihre bürgerlichen Interessen selbst einzubringen und neben den Wahlen auch durch Volksabstimmungen umsetzen zu können.
Die Veranstaltung am 25.-26. Mai 2002 soll dazu beitragen, den bürgerlichen Prozess zu stärken und den "dritten Sektor" (die zivile Bürgergesellschaft) zu einer "dritten Kraft" werden zu lassen.
Ohne Visionen kann das Bürgerengagement nicht motiviert werden. Deshalb geht es in Saarbrücken nicht nur darum, sich auf einem Basar der zivilen Möglichkeiten einzubringen, sondern auch um den Austausch von Ideen, wie eine Gesellschaft in zukunft gestaltet sein kann, die friedlich und nachhaltig entwicklungsfähig bleibt!